Aus dem Archiv (1)

Eine ganz, ganz blöde Verleumdungskampagne war das aber auch: „Österreich“ hatte vor zwei Jahren die Fotos veröffentlicht, die Heinz Christian Strache zeigen, wie er gerade ganz offensichtlich drei Bier bestellt und mit höchst anständigen und außerdem noch cool verkleideten Kumpels ein lustiges Paintball-Spiel veranstaltet. Kein Grund zur Aufregung also. Und kein Grund, gleich die Nerven wegzuschmeißen. Absolut unerklärlich war es da natürlich, was Pressereferent Karl Heinz Grünsteidl geritten hat, als er vor genau zwei Jahren, am 27. Jänner 2007 um 1.04 Uhr, folgende Presseaussendung per OTS abschickte – sie hängt schon lange an meiner Pinnwand und ich möchte sie heute, an diesem besonderen Tag, noch einmal veröffentlichen:

 

ots/II  FPK0001 20070127OTS0001

27.1.2007 01:04:59

 

FPÖ; Grünsteidl; Arbeitslosgeworden; LetzterTanz

Grünsteidl: Intellektuell hinterfragbare Fellner-Presse

Wohl zuviele Folgen von Chaos-City gesehen

Wien (OTS) – „Intellektuell hinterfragbar.“ Solcherart ins Gericht ging der berühmte FPÖ-Bundespressereferent Karl Heinz Grünsteidl heute ins Gericht mit den jüngsten Erzeugnissen der Fellner-Presse. „Ich bin aus meiner Laufbahn als FPÖ-Pressesprecher wirklich einiges gewohnt“, sagte Grünsteidl. „Und ich kenne auch einige Journalisten und Journalistinnen, die sich jetzt bei der Fellnerei aus ökonomischen Gründen verdingen müssen. Dennoch sollte man, Auflage hin, Auflage her, bei der Wahrheit bleiben.“ Grünsteidl bezeichnete die Aufregung um die Strache-Fotos als völlig absurd. „Einerseits fühle ich mich an die US-amerikanische Serie ‚Flash Gordon‘ erinnert, andererseits an James Joyce und seinen Schüler Samuel Beckett. Das ist nicht positiv gemeint.“

Um Jean-Paul Sartre zu zitieren: „Das Reich des Menschen hat begonnen.“ Genau darum geht es: Um das Reich des Menschen. Um den Menschen schlechthin. Dafür treten wir ein, in all unserer zugegebenermaßen intellektuellen Fragwürdigkeit. Aber genau deshalb forcieren wir die Frage nach dem Menschen. Genau dafür, sagt Grünsteidl, steht die FPÖ. „Das Reich des Menschen hat begonnen.“ Die FPÖ stehe dafür, dass Menschen zu keiner minderwertigen Ware mutieren, wie es etwa in dem Science-Fiction-Film „Gattaca“ der Fall sei. „Die Menschheit“, sagt Grünsteidl, „darf nicht zu einem Gen-Experiment verkommen.“ Deshalb stehe die FPÖ ein gegen Gen-Experimente jedweder Art. „Die Gedankenspiele eines Michel Houellebecq bergen durchaus ihren Reiz“, meint Grünsteidl. „Aber in Wahrheit sind sie nur dazu gedacht die Auflage seiner Bücher zu erhöhen. Das Wasser war kalt, damals. Jetzt ist es lauwarm, bestenfalls.“

Grünsteidl zündet sich jetzt eine Zigarette an. Gauloises rouge. Wen juckt’s. Denn Grünsteidl- Pressesprecher der FPÖ – treibt so manches. Er raucht. Und trinkt alles, außer Alkohol. Cola light rules! That’s Steidl (rücktrittsreif, spätestens seit heute) Andererseits: Eventuell bin ich Michael J. Fox oder Charlie Sheen… PS.: Falls irgedneine faszinierende reiche junge Frau sich für mich interessiert, bitte hurtig melden! Rückfragehinweis:

Freiheitlicher Parlamentsklub

Karl Heinz Grünsteidl, Bundespressereferent

Tel.: +43-XXX-XX XX XXX, mailto:XXXXXXXXXXX@fpoe.at *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS – WWW.OTS.AT ***

(Kontaktdaten von mir anonymisiert)

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