Monatsarchiv: Oktober 2009

Die Zahnräder der Zeit

Für: ST. VEITER, Ausgabe 19-2009

Albin Magnet aus Gurk reparierte vor mehr als 30 Jahren das Uhrwerk der Uhr am Gurker Dom. Dem ST. VEITER gibt er zur Zeitumstellung einen Einblick in die Welt aus Zahnrädern, Gewichten und Glocken.

Die Uhr am Gurker Dom stand 57 Jahre lang still. „Vom ersten Weltkrieg an – damals wurden auch die GlockenDom eingeschmolzen – bis ins Jahr 1972. Man hatte die Turmuhr schon aufgegeben – doch ich habe mir einige Uhrwerke angeschaut und versucht, die Uhr in meiner Heimatgemeinde zu reparieren“, sagt Albin Magnet während er in einen Bereich führt, der für die Dombesucher nie zugänglich ist: Hinauf auf den Turm. Mit sicheren Schritten bewältigt er die steile Holzstiege – „ich schätze, diese Stiege bin ich schon tausend Mal hinauf und hinab gegangen.“ Damit begonnen hat er damals, als es sein Ziel war, das uralte Uhrwerk aus dem Jahr 1650 zu reparieren.

Technisch versiert. „Zu Beginn gab es einige Schwierigkeiten, zuerst muss man den gesamten, jahrhunderte alten Mechanismus verstehen. Schließlich habe ich auch den Heiligen Geist um Hilfe bei dieser Aufgabe gebeten“, erzählt Magnet. Und der Heilige Geist scheint technisch höchst versiert zu sein, denn einigen spontanen Eingebungen von Magnet ist es zu verdanken, dass das Uhrwerk noch heute läuft. Mit immerhin 359 Jahren am Buckel, oder besser gesagt am Zahnrad.

Im Uhrwerk. Immer höher führt Magnet in den Turm hinauf, bis etwas unterhalb der Glocken ein Holzverschlag erreicht ist, aus dem ein lautes Ticken ertönt. Mit der Hand schraubt Magnet eine Glühbirne in die Fassung und erklärt den Mechanismus des Uhrwerks, das aus uralten, aber gut geölten Zahnrädern, Rollen und Eisenteilen besteht. „Die Hauptteile des Uhrwerks sind drei Rollen: Eine steuert die Zeit, die zweite ist für das viertelstündliche Läuten und die dritte für das stündliche Anschlagen der großen Hemma-Glocke zuständig.“ Gewichte hängen an jeder Rolle und sorgen dafür, dass die Uhr weitertickt. „Früher musste man die händisch nach oben kurbeln und die Uhr so aufziehen, heute funktioniert das mithilfe von Elektro-Motoren“, sagt Magnet.

Wartungen. Das Alter macht sich aber doch ein bisschen bemerkbar: „Die Uhr läuft pro Minute um etwa vier Sekunden zu langsam, weshalb sie jede Woche nachgestellt werden muss“, sagt Magnet, während sich plötzlich die Rolle links außen laut rasselnd in Bewegung setzt. Zwei Glockenschläge ertönen – halb zwei. Neben den regelmäßigen Wartungen, die neben Magnet auch der Gurker Manfred Themel übernimmt, muss auch die Zeitumstellung händisch bewerkstelligt werden. „Die einfachste Methode ist es, die Uhr so lange anzuhalten, bis die Zeit wieder stimmt, die sie anzeigt“, erklärt Magnet die Prozedur.

Das UhrwerkDer lange Stundenzeiger. Sozusagen ein Stockwerk über dem Uhrwerk hängen die Glocken des Doms. Während die Hemma-Glocke wie erwähnt zu jeder vollen Stunde schlägt, ist die Glocke „Augustin“ jede Viertelstunde zu hören. Über der Glockenstube ist die Uhr des Doms angebracht. Auffällig ist, dass die Stunden mit dem großen und die Minuten mit dem kleinen Zeiger angezeigt werden. „Früher war es einfach wichtig, dass die Leute schon von weitem sehen konnten, wie spät es ungefähr ist. Die Minuten waren damals noch nicht wichtig, Fahrpläne gab es ja keine“, lacht Magnet. Doch neben den „verkehrten“ Zeigern kann die Uhr am Gurker Dom mit einem weiteren Kuriosum aufwarten: An warmen Tagen läuft die Uhr schneller, da sich das drei Meter lange Pendel der Uhr bei hohen Temperaturen ausdehnt.

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Proof of Life :-)

Nur keine Angst, ich lebe noch und mir geht es gut – trotz fast zweimonatiger Blog-Abstinenz. Die Serie mit den Videos zur Wochenmitte habe ich mittlerweile aufgegeben, ich bin draufgekommen, dass sich die viel einfacher über Facebook posten lassen. Ihr erreicht mich dort übrigens über www.facebook.com/plindner1. Nun nutze ich mein Weblog eben, um coole Geschichten, die ich im Laufe eines Jahres so schreibe (oder bereits geschrieben habe) hier zu posten. Immerhin beschert mir zum Beispiel mein Lokalaugenschein am Straußenhof Anderle  noch immer sehr viele Zugriffe. Und interessante Storys gibt es ja genug – den Anfang macht gleich Kameramann Andreas Sacherer aus St. Georgen am Längsee, der mit dem Red Bull Air Race rund um die Welt tourt. Gute Unterhaltung – wir lesen uns!

Peter Lindner

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Er hat die Flugakrobaten im Bild

Für: ST. VEITER, Ausgabe 18-2009. Fotos: KK/Sacherer

Andreas Sacherer (37) aus St. Georgen am Längsee begleitet als Kameramann das Red Bull Air Race rund um die Welt. Anlässlich des Saisonfinales stellt der ST. VEITER den weitgereisten Filmer vor.

Plakat

Dieses Wochenende matchen sich die besten Kunstflieger der Welt beim Red Bull Air Race in Barcelona um den WM-Titel – und ein St. Georgener ist mittendrin. Andreas Sacherer ist seit dem Jahr 2005 im Auftrag der Münchner Firma SiVision als Kameramann beim Air Race dabei. „Ich bin bei den Rennen am Flughafen stationiert, das ist so etwas wie die Boxengasse in der Formel 1. Da bei den Bewerben sehr hohe Sicherheitsstandards gelten, vergeht zwischen den Starts der einzelnen Piloten einige Zeit. Diese Zeit füllen wir mit Hintergrundberichten, Interviews und zeigen die Piloten bei ihren Vorbereitungen“, erklärt Sacherer. Der Bewerb in Barcelona ist der letzte im diesjährigen Air Race-Kalender. „Ich glaube, dass der britische Pilot Paul Bonhomme das Rennen machen wird, obwohl der Österreicher Hannes Arch auch keine schlechten Karten hat“, gibt Sacherer seinen Tipp für die heurige WM-Wertung ab.

 Start in Kärnten. Begonnen hat Sacherer seine Karriere beim Kärntner ORF. „Schon als Jugendlicher habe ich sehr gerne fotografiert und dann als Kamera-Assistent gearbeitet. Bei einer Filmfirma habe ich im Laufe der Zeit gelernt,Kamera wie man Berichte schneidet, für den ORF und auch für Premiere berichtete ich von verschiedenen Sport-Events, wie Fußballspielen oder Schirennen“, sagt Sacherer. Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit kamen nach und nach große Aufträge dazu, wie zum Beispiel die ersten internationalen Filmarbeiten im Jahr 2003: „Damals begleitete ich als einziger Kameramann die Beachvolleyball-Welttour“, erzählt der St. Georgener.

 Sting-Konzerte. Im Jahr 2005 ging er schließlich zum ersten Mal mit dem Red Bull Air Race auf Welttournee. Durch diesen Job lernte er auch, wie er sagt, „jede Menge Leute kennen – zum Beispiel einen Produzenten aus Los Angeles, in dessen Auftrag ich im Jahr 2007 bei einem Konzert von Sting in Buenos Aires filmen durfte.“ Und dass Sacherer dabei einen tollen Job gemacht hatte, wurde vor wenigen Wochen noch einmal klar: Diesmal galt es abermals, Sting bei einem Konzert in London in zu filmen, wieder fiel die Wahl auf Sacherer. „So etwas erlebt man nicht alle Tage. Die Dreharbeiten bei diesen beiden Konzerten zählen sicher zu den Höhepunkten meiner Karriere“, sagt Sacherer.

 Vancouver wartet. Natürlich kommt Sacherers Reiselust ihm bei diesem Job zugute. „Der Sommer ist deutlich verlängert, seit ich mit dem Air Race unterwegs bin, schließlich finden die ersten Rennen der Saison in Australien, Abu Dhabi und Rio de Janeiro statt“, sagt Sacherer. Neben den vielen Einblicken, die er oft schnell hintereinander von den verschiedenen Kulturen der Welt bekommt, schätzt Sacherer aber auch das Gefühl, nach Hause zu kommen. Er hat nämlich drei wichtige Gründe, um so viel von seiner Freizeit wie nur möglich in St. Georgen zu verbringen: Diese Gründe heißen Cornelia, Chiara (5) und Luca (2) – Sacherers Frau und die zwei Kinder. „Vor allem seit die Kinder da sind, fällt es mir oft schwer, eine Reise anzutreten“,  sagt Sacherer. Umso größer ist aber dann die Freude, wieder heim zu kommen – mit Barbie-Puppen und Spielzeugtraktoren aus aller Welt als Mitbringsel für die Kinder im Gepäck. Im Sacherer Hicke ArchWinter dürften übrigens kanadische Exponate dazukommen: Sacherer ist bei den olympischen Spielen in Vancouver als ORF-Kameramann bei den Alpinbewerben am Werk.

www.andreassacherer.at

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