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Soziale Stecher

Für: ST. VEITER, Ausgabe 16-2010

Schräge Sozial-Aktion: Im Tattoo-Studio „Mosquito“ in St. Veit wird für den guten Zweck tätowiert. Spendern wird ein eigens entworfenes Logo gestochen.

Jeder hat noch die gelben Livestrong-Armbänder aus Gummi in Erinnerung, mit denen man auf Initiative von Rad-Star Lance Armstrong Krebskranke unterstützen konnte. Spender zeigten ihre soziale Ader nach außen hin; Wohltätig zu sein und/oder das gelbe Armband zu tragen, war plötzlich in. Eine ähnliche Aktion planen nun Angelika und Rudi Mang vom Tattoo-Studio „Mosquito“ in der St. Veiter Kirchgasse. Nur: Einfach abstreifen kann man ihr Kennzeichen für eine geleistete Spende nicht – sie setzen ihren Klienten nämlich für den guten Zweck die Tattoo-Nadel an.

Helfende Hände. „Es gibt Tattoo-Studios, die widmen sich einen Tag lang dem guten Zweck und spenden ihre Einnahmen, die sie an diesem Tag machen. Doch wir wollten etwas schaffen, das wir das ganze Jahr über anbieten können“, erklärt Angelika Mang. Und so entwarfen sie und ihr Mann ein etwa vier Zentimeter großes Logo, das einer Hand nachempfunden ist – einer „helfenden Hand“. Das Tattoo kostet 80 Euro, davon werden 40 Euro gespendet, der Rest geht für den Materialeinsatz drauf. „Derzeit kann man sich für eine von drei Farben entscheiden. Wir haben eine Hand in den Kärntner Landesfarben gestaltet, eine ist in Rot-Weiß-Rot gehalten und die dritte Hand erinnert an die Form von Afrika“, sagt Rudi Mang. Damit gibt der Träger des Tattoos auch gleich ein Statement ab, wo der von ihm gespendete Betrag zum Einsatz kommt: In Kärnten, im Bundesgebiet oder bei einem internationalen Projekt.

Tattoos mit Sinn. So viel zur Idee. Doch gibt es tatsächlich Leute, die sich tätowieren lassen um Geld spenden zu können? Mang nickt überzeugt. „Ja, auf jeden Fall. Wir haben diese Aktion noch nicht der Öffentlichkeit präsentiert sondern nur mit Freunden und Kunden darüber gesprochen. Und die waren absolut begeistert davon“, sagt Angelika Mang. Seine Frau kann es sich sogar vorstellen, dass diese Aktion bei manchen Leuten dazu führen kann, dass sie sich ihr erstes Tattoo stechen lassen. „Viele würden sich ja gerne tätowieren lassen, wissen aber nicht, für welches Motiv sie sich entscheiden sollen. Oder sie haben Bedenken, was die Sinnhaftigkeit einer Tätowierung angeht. Mit dem Gedanken, jetzt etwas für einen guten Zweck getan zu haben, wäre dieser Sinn gegeben“, sagt sie.

Gegen Vorurteile. Mit der Aktion „Helfende Hände“ wollen sie auch für mehr Toleranz gegenüber tätowierten Menschen werben. Denn obwohl Tattoos schon seit einiger Zeit salonfähig geworden sind und Tattoo-Studios sich über eine stetig wachsende Kundenschar freuen können, halten sich dennoch Vorurteile. „Wir möchten eine Brücke schaffen zwischen Gegnern und Befürwortern. Denn bei dieser Aktion geht es nicht um die Tätowierung an sich, sondern um die Menschen, die von den Spenden profitieren“, sagt Rudi Mang.

Transparenz. Dafür, dass das gespendete Geld auch an die richtigen Einrichtungen kommt, sorgen die Tätowierer selbst – ohne Verwaltungskosten. „Transparenz wird bei uns großgeschrieben. Wir werden in der Öffentlichkeit präsentieren, was mit jedem einzelnen Euro, der für diese Aktion eingenommen wird, passiert ist“, sagt Angelika Mang. Die beiden würden sich auch darüber freuen, wenn sich andere Tattoo-Studios ihrer Aktion anschließen würden – und die „Helfenden Hände“ zumindest einmal in Österreich ähnlichen Kultstatus erreichen, wie einst die Livestrong-Armbänder.

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Für die Stille konserviert

Für: ST. VEITER, Ausgabe 17-2010

ST. VEITER-Lokalaugenschein am Hochofen in der Heft: 15 Jahre nach der Landesausstellung und ein Jahr nach der letzten Veranstaltung steht der aufwändig umgebaute Komplex leer. Nutzungskonzepte liegen auf Eis.

Es wirkt wie ein im Nirgendwo von Hüttenberg notgelandetes Raumschiff: Die gewaltige Stahlkonstruktion am ehemaligen Hochofen, die Platz für Ausstellungen und Veranstaltungen bietet. Nur eine enge Straße und ein paar Wanderwege führen zu dem Gebäude in der Heft, das im Zuge der Landesausstellung 1995 („Grubenhunt und Ofensau“) um 90 Millionen Schilling (6,5 Millionen Euro) umgebaut wurde. Ein paar Wanderer rasten im Schatten der mächtigen Anlage, alle zehn, fünfzehn Minuten fährt ein Auto vorbei. Wurden hier in den Jahren nach der Landesausstellung noch Veranstaltungen abgehalten, so herrscht seit einem Jahr völlige Stille. Was man auch am Zustand des Gebäudes bemerkt: Die Glasfronten sind staubig, einzig und allein Spinnen dürften sich hier richtig wohlfühlen – ihre Netze an den Türen weisen darauf hin, dass auch diese schon seit einiger Zeit nicht mehr geöffnet wurden.

Ein Jahr Stille. Die letzte Veranstaltung in der Heft ist am 30. September 2009 über die Bühne gegangen, die Spargelwirte hatten an diesem Tag einen Kalender präsentiert. Ein Transparent im Eingangsbereich begrüßt die Besucher noch immer herzlich zur „Biennale Austria“ – sie fand im Jahr 2006 statt. Der Hüttenberger Bürgermeister Josef Ofner zuckt mit den Schultern. „Die Heft wurde noch bis ins Jahr 2007 mit regelmäßigen Veranstaltungen am Leben erhalten. Doch jetzt greifen unsere Vereine auf das Musikzentrum Knappenberg zurück, wenn sie etwas organisieren. Die Infrastruktur dort ist einfach besser“, sagt Ofner.

Keine Tibetische Uni. Die Gemeinde Hüttenberg hat nichts mehr mit dem umgebauten Hochofen zu tun, er befindet sich im Besitz der Finanzabteilung des Landes Kärnten. „Ursprünglich war geplant, hier eine Tibetische Universität einzurichten, in Zusammenhang mit dem Tibetzentrum. Doch das ist nicht zustande gekommen, jetzt passiert dort oben nichts“, erklärt Heinz Diancourt von der Finanzabteilung. Über mögliche Projekte in der näheren Zukunft sei ihm nichts bekannt.

Geld fehlt. Ideen genug hat Stefan Zoltan. Ende 2009 wurde er damit beauftragt, ein Konzept für Hüttenberg zu erstellen, das auch die Heft umfasste. „Ich bin mir dabei vorgekommen wie im Jahr 1995, als es um ein Nachnutzungskonzept für die Heft ging. Damals entstand die Idee, die Kunstsammlung von bauMax-Gründer Karlheinz Essl im Hochofen unterzubringen. Die Landespolitik klatschte Beifall – doch schlussendlich fehlte das Geld“, sagt Zoltan. Mittlerweile ist er sich sicher, dass auch aus seinem neuesten Konzept nichts wird: Wieder sind die Gespräche im Sand verlaufen, finanziell sieht es auch nicht gut aus – „und wenn bis jetzt noch nichts passiert ist, wird auch in nächster Zeit nichts passieren.“

Zukunft? 100.000 Euro pro Jahr würde Hüttenberg für die Umsetzung von Zoltans Konzept benötigen, dann wäre man „aus dem Schneider“ – etwa was die Realisierung der Veranstaltungsreihe „Mythos Berg“ anginge. So schwebte Zoltan vor, ganz im Zeichen Heinrich Harrers, bekannte Bergsteiger nach Hüttenberg zu bringen. Wie sieht er nun die Zukunft der Heft? „Die wird wohl irgendwann zusammenfallen“, sagt Zoltan, nicht ohne einen leisen, verbitterten Unterton. Doch zumindest zusammenfallen sollte das Gebäude nicht – laut Bürgermeister Ofner werden die alten Gemäuer, wenn schon nicht mit Leben erfüllt, so doch zumindest erhalten; oder anders ausgedrückt: Für die Stille konserviert.

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Feuer und Flamme für Eisen

für: ST. VEITER, Ausgabe 13, 2010

Die Burg Hochosterwitz hat nach Jahrhunderten wieder einen Waffenschmied. Johann Schmidberger fertigt unter anderem die neuen Harnische für die Schweizergarde im Vatikan an.

Würde man im Lexikon neben dem Begriff „Waffenschmied“ ein Bild finden, so würde es höchstwahrscheinlich Johann Schmidberger zeigen. Vollbart, zerzauste Frisur und riesige Hände, die bereits am Vormittag schwarz von der Arbeit sind – das sind die besonderen Kennzeichen des Waffenschmiedes auf Burg Hochosterwitz.

Lange Geschichte. Der gebürtige Oberösterreicher betreibt in Molln im Steyrtal die Waffenschmiede seiner Vorfahren – der Betrieb existiert seit dem 14. Jahrhundert. Und vor 500 Jahren schon überschnitt sich die Geschichte der Schmiede-Dynastie mit der der Burg Hochosterwitz: Damals ging eine Waffenlieferung „Made by Schmidberger“ an die Kärntner Burg. Dass es nun Johann Schmidberger hierher verschlagen hat, ist einigen Zufällen zu verdanken. „Ich habe einmal auf Kundenwunsch einen Harnisch der Khevenhüllers (Besitzer der Burg Hochosterwitz, Anm.) angefertigt und ein Bild davon ins Internet gestellt. Ein Mitarbeiter der Burg hat dieses Bild entdeckt – und von da an entstand ein reger Kontakt“, erzählt Schmidberger.

Wohnung auf der Burg. Nach einigen Auftritten als Schauschmied auf Burg Hochosterwitz kam ein Anruf von dem jetzigen Burgbesitzer Karl Khevenhüller: Ob Schmidberger nicht Lust hätte, auf der Burg zu wohnen und zu arbeiten? „Zwei meiner Söhne führen, während ich im Sommer auf der Burg wohne, den Betrieb in Molln weiter, ich kann mich voll auf sie verlassen“, sagt Schmidberger. Die Grundvoraussetzung, um mit ruhigem Gewissen gemeinsam mit Ehefrau Hildegard auf die Burg zu ziehen – in die einstige Wohnung des Burggrafen oberhalb von Tor 14. Und er fühlt sich sichtlich wohl: „Es ist natürlich etwas Besonderes, auf einer der schönsten Burgen Österreichs wohnen zu dürfen.“ Untertags können die Besucher Schmidberger über die Schulter schauen, wenn er Schwerter, Rüstungen oder Harnische anfertigt oder alte Schmiedewerke restauriert. Oder wenn er an den Rüstungen feilt, die von der Schweizergarde, der traditionellen Leibgarde des Papstes, getragen werden.

Großauftrag. Die Grundmauern für diesen Auftrag wurden beim Papst-Besuch in Mariazell gelegt. Aus dem Vorschlag, alte Harnische der Schweizergarde fachgerecht von Schmidberger restaurieren zu lassen, entwickelte sich die Idee, überhaupt neue anzufertigen. „Die Rüstungen, die die Mitglieder der Schweizergarde jetzt tragen stammen noch aus dem Jahr 1506, also aus der Zeit, in der sie gegründet wurde“, erklärt Schmidberger. Der prunkvolle Harnisch für den Kommandanten wurde bereits geliefert, 80 weitere Stück folgen laufend.

International. Schmidberger konnte sich auch schon über die Grenzen Österreichs hinaus einen Namen machen. So standen auch schon Projekte in weiten Teilen Europas und sogar in Amerika an. Besonders stolz ist Schmidberger darauf, auch schon Rüstungen, Schwerter und Helme für die Salzburger Festspiele hergestellt zu haben, darunter befinden sich zwei Rüstungen für Bruno Ganz und eine für Klaus Maria Brandauer.  Als nächstes stehen neben den Arbeiten an den Harnischen für die Schweizergarde allfällige Restaurationsarbeiten an der Burg an – so will Schmidberger zum Beispiel dafür sorgen, dass die Glocken der Burgkapelle wieder erklingen.

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Die Zahnräder der Zeit

Für: ST. VEITER, Ausgabe 19-2009

Albin Magnet aus Gurk reparierte vor mehr als 30 Jahren das Uhrwerk der Uhr am Gurker Dom. Dem ST. VEITER gibt er zur Zeitumstellung einen Einblick in die Welt aus Zahnrädern, Gewichten und Glocken.

Die Uhr am Gurker Dom stand 57 Jahre lang still. „Vom ersten Weltkrieg an – damals wurden auch die GlockenDom eingeschmolzen – bis ins Jahr 1972. Man hatte die Turmuhr schon aufgegeben – doch ich habe mir einige Uhrwerke angeschaut und versucht, die Uhr in meiner Heimatgemeinde zu reparieren“, sagt Albin Magnet während er in einen Bereich führt, der für die Dombesucher nie zugänglich ist: Hinauf auf den Turm. Mit sicheren Schritten bewältigt er die steile Holzstiege – „ich schätze, diese Stiege bin ich schon tausend Mal hinauf und hinab gegangen.“ Damit begonnen hat er damals, als es sein Ziel war, das uralte Uhrwerk aus dem Jahr 1650 zu reparieren.

Technisch versiert. „Zu Beginn gab es einige Schwierigkeiten, zuerst muss man den gesamten, jahrhunderte alten Mechanismus verstehen. Schließlich habe ich auch den Heiligen Geist um Hilfe bei dieser Aufgabe gebeten“, erzählt Magnet. Und der Heilige Geist scheint technisch höchst versiert zu sein, denn einigen spontanen Eingebungen von Magnet ist es zu verdanken, dass das Uhrwerk noch heute läuft. Mit immerhin 359 Jahren am Buckel, oder besser gesagt am Zahnrad.

Im Uhrwerk. Immer höher führt Magnet in den Turm hinauf, bis etwas unterhalb der Glocken ein Holzverschlag erreicht ist, aus dem ein lautes Ticken ertönt. Mit der Hand schraubt Magnet eine Glühbirne in die Fassung und erklärt den Mechanismus des Uhrwerks, das aus uralten, aber gut geölten Zahnrädern, Rollen und Eisenteilen besteht. „Die Hauptteile des Uhrwerks sind drei Rollen: Eine steuert die Zeit, die zweite ist für das viertelstündliche Läuten und die dritte für das stündliche Anschlagen der großen Hemma-Glocke zuständig.“ Gewichte hängen an jeder Rolle und sorgen dafür, dass die Uhr weitertickt. „Früher musste man die händisch nach oben kurbeln und die Uhr so aufziehen, heute funktioniert das mithilfe von Elektro-Motoren“, sagt Magnet.

Wartungen. Das Alter macht sich aber doch ein bisschen bemerkbar: „Die Uhr läuft pro Minute um etwa vier Sekunden zu langsam, weshalb sie jede Woche nachgestellt werden muss“, sagt Magnet, während sich plötzlich die Rolle links außen laut rasselnd in Bewegung setzt. Zwei Glockenschläge ertönen – halb zwei. Neben den regelmäßigen Wartungen, die neben Magnet auch der Gurker Manfred Themel übernimmt, muss auch die Zeitumstellung händisch bewerkstelligt werden. „Die einfachste Methode ist es, die Uhr so lange anzuhalten, bis die Zeit wieder stimmt, die sie anzeigt“, erklärt Magnet die Prozedur.

Das UhrwerkDer lange Stundenzeiger. Sozusagen ein Stockwerk über dem Uhrwerk hängen die Glocken des Doms. Während die Hemma-Glocke wie erwähnt zu jeder vollen Stunde schlägt, ist die Glocke „Augustin“ jede Viertelstunde zu hören. Über der Glockenstube ist die Uhr des Doms angebracht. Auffällig ist, dass die Stunden mit dem großen und die Minuten mit dem kleinen Zeiger angezeigt werden. „Früher war es einfach wichtig, dass die Leute schon von weitem sehen konnten, wie spät es ungefähr ist. Die Minuten waren damals noch nicht wichtig, Fahrpläne gab es ja keine“, lacht Magnet. Doch neben den „verkehrten“ Zeigern kann die Uhr am Gurker Dom mit einem weiteren Kuriosum aufwarten: An warmen Tagen läuft die Uhr schneller, da sich das drei Meter lange Pendel der Uhr bei hohen Temperaturen ausdehnt.

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Er hat die Flugakrobaten im Bild

Für: ST. VEITER, Ausgabe 18-2009. Fotos: KK/Sacherer

Andreas Sacherer (37) aus St. Georgen am Längsee begleitet als Kameramann das Red Bull Air Race rund um die Welt. Anlässlich des Saisonfinales stellt der ST. VEITER den weitgereisten Filmer vor.

Plakat

Dieses Wochenende matchen sich die besten Kunstflieger der Welt beim Red Bull Air Race in Barcelona um den WM-Titel – und ein St. Georgener ist mittendrin. Andreas Sacherer ist seit dem Jahr 2005 im Auftrag der Münchner Firma SiVision als Kameramann beim Air Race dabei. „Ich bin bei den Rennen am Flughafen stationiert, das ist so etwas wie die Boxengasse in der Formel 1. Da bei den Bewerben sehr hohe Sicherheitsstandards gelten, vergeht zwischen den Starts der einzelnen Piloten einige Zeit. Diese Zeit füllen wir mit Hintergrundberichten, Interviews und zeigen die Piloten bei ihren Vorbereitungen“, erklärt Sacherer. Der Bewerb in Barcelona ist der letzte im diesjährigen Air Race-Kalender. „Ich glaube, dass der britische Pilot Paul Bonhomme das Rennen machen wird, obwohl der Österreicher Hannes Arch auch keine schlechten Karten hat“, gibt Sacherer seinen Tipp für die heurige WM-Wertung ab.

 Start in Kärnten. Begonnen hat Sacherer seine Karriere beim Kärntner ORF. „Schon als Jugendlicher habe ich sehr gerne fotografiert und dann als Kamera-Assistent gearbeitet. Bei einer Filmfirma habe ich im Laufe der Zeit gelernt,Kamera wie man Berichte schneidet, für den ORF und auch für Premiere berichtete ich von verschiedenen Sport-Events, wie Fußballspielen oder Schirennen“, sagt Sacherer. Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit kamen nach und nach große Aufträge dazu, wie zum Beispiel die ersten internationalen Filmarbeiten im Jahr 2003: „Damals begleitete ich als einziger Kameramann die Beachvolleyball-Welttour“, erzählt der St. Georgener.

 Sting-Konzerte. Im Jahr 2005 ging er schließlich zum ersten Mal mit dem Red Bull Air Race auf Welttournee. Durch diesen Job lernte er auch, wie er sagt, „jede Menge Leute kennen – zum Beispiel einen Produzenten aus Los Angeles, in dessen Auftrag ich im Jahr 2007 bei einem Konzert von Sting in Buenos Aires filmen durfte.“ Und dass Sacherer dabei einen tollen Job gemacht hatte, wurde vor wenigen Wochen noch einmal klar: Diesmal galt es abermals, Sting bei einem Konzert in London in zu filmen, wieder fiel die Wahl auf Sacherer. „So etwas erlebt man nicht alle Tage. Die Dreharbeiten bei diesen beiden Konzerten zählen sicher zu den Höhepunkten meiner Karriere“, sagt Sacherer.

 Vancouver wartet. Natürlich kommt Sacherers Reiselust ihm bei diesem Job zugute. „Der Sommer ist deutlich verlängert, seit ich mit dem Air Race unterwegs bin, schließlich finden die ersten Rennen der Saison in Australien, Abu Dhabi und Rio de Janeiro statt“, sagt Sacherer. Neben den vielen Einblicken, die er oft schnell hintereinander von den verschiedenen Kulturen der Welt bekommt, schätzt Sacherer aber auch das Gefühl, nach Hause zu kommen. Er hat nämlich drei wichtige Gründe, um so viel von seiner Freizeit wie nur möglich in St. Georgen zu verbringen: Diese Gründe heißen Cornelia, Chiara (5) und Luca (2) – Sacherers Frau und die zwei Kinder. „Vor allem seit die Kinder da sind, fällt es mir oft schwer, eine Reise anzutreten“,  sagt Sacherer. Umso größer ist aber dann die Freude, wieder heim zu kommen – mit Barbie-Puppen und Spielzeugtraktoren aus aller Welt als Mitbringsel für die Kinder im Gepäck. Im Sacherer Hicke ArchWinter dürften übrigens kanadische Exponate dazukommen: Sacherer ist bei den olympischen Spielen in Vancouver als ORF-Kameramann bei den Alpinbewerben am Werk.

www.andreassacherer.at

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Im Reich der Riesenvögel

DSC_2255Für: ST. VEITER, Ausgabe 11/2009

Auf Kärntens erster Straußenfarm in Liebenfels wird derzeit gebrütet. Der ST. VEITER ging mit einigen der exotischen Tiere auf Tuchfühlung.

Eierspeise für sechs Personen. Man nehme ein Ei . . . Schon richtig gelesen, ein Ei. Eines, das bis zu 1,8 Kilogramm wiegt und von einer Straußenhenne gelegt wurde. Solche Tiere findet man im Bezirk St. Veit auf der Straußenfarm Anderle. Dort angekommen werde ich von Franz Leitgeb empfangen, der gemeinsam mit seiner Frau Evelin zwischen 50 und 100 der exotischen Tiere betreut. „Neben den Eiern verarbeiten wir natürlich auch das Fleisch der Strauße. Es wird entweder an die gehobene Gastronomie verkauft, oder die Leute erwerben es hier am Hof. Wir haben auch Straußenwürste, Straußensalami oder Straußenleberkäse im Programm. Aus den Eiern machen wir Straußeneierlikör, die Federn werden zu Staubwedeln verarbeitet, da sie von Haus aus statisch aufgeladen sind“, erklärt Franz Leitgeb und deutet auf ein großzügiges Freigehege. Zuchthahn Hugo, ein Prachtexemplar, das zwischen seinen „Mädels“ auf und abstolziert, weiß von all dem freilich noch nichts.

 80 km/h Spitze. Strauße sind Tiere der Superlative, erklärt Leitgeb: „Sie können 15 Kilometer weit scharf sehen, erreichen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h und können ein Tempo von 60 km/h 20 Minuten lang durchhalten. Ausgewachsen werden sie bis zu 170 Kilogramm schwer und bis zu 70 Jahre alt. Und: Dass sie ihren Kopf wirklich in den Sand stecken, ist Blödsinn, wahrscheinlich auf eine optische Täuschung in der Wüste zurückzuführen.“ Leitgeb ist seit einer Afrika-Reise im Bann der faszinierenden Tiere – und aus seiner hobbymäßigen Zucht entwickelte sich mit der Zeit die Straußenfarm. Derzeit werden in backofen-ähnlichen Brutkästen bei einer Temperatur von rund 40 Grad Eier ausgebrütet.

Im Gehege. Jetzt geht’s ans Foto-Shooting. Über den zwei Meter hohen Zaun zu fotografieren geht nicht – dürfen wir näher ran? „Kein Problem“, sagt der Straußenfarmer und öffnet das Tor zum Gehege der riesigen Tiere. Dass Fotograf Geza Balint und ich die ersten Besucher sind, die sich hier rein trauen, wird uns Leitgeb erst später sagen. Hugo und Co. bleiben allerdings Tabu, die Attacken des dreijährigen Zuchthahns können auch für Menschen richtig gefährlich werden. Wir halten uns lieber an die zwei Meter „kleinen“ Strauße im Alter zwischen fünf und zwölf Monaten, die ohne jede Scheu neugierig auf uns herabblicken als wir ihr Gehege betreten. Ich habe Angst.

 Strauße sehen rot. „Sie stehen auf die Farbe Rot und glitzernde Dinge – so schnell konnte ich gar nicht schauen, als mir einer einmal einen Ohrring geklaut hat“, sagt Evelin Leitgeb und plötzlich fühle ich mich in meiner Haut – oder DSC_2229besser gesagt in meinem rotkarierten Hemd – noch ein bisschen unwohler. Während Geza (schwarzes Hemd, was für ein Glückspilz) wie wild fotografiert, haben sich rund zehn der Tiere um mich geschart und starren mich an – ich muss daran denken, dass in dem kleinen Kopf der Tiere nicht wirklich viel Gehirn Platz haben kann. Ein Strauß wird mutig und schnappt nach meinem Hemdärmel, einem anderen gefällt die Fototasche von Geza. „Wenn einer damit anfängt, machen die anderen mit“, ruft Franz Leitgeb belustigt.

 (Fast) zum Kuscheln. Leitgeb weiß genau, wie er mit den Tieren umzugehen hat und verscheucht sie kurz, als ihm ein Strauß den Hut vom Kopf zupft. Währenddessen schubse ich einen Riesenvogel, der meine Uhr mit seinem Schnabel prüft, sanft zurück, was mir fürs erste ein bisschen Luft verschafft. Plötzlich sind die Tiere wieder ganz zahm und lassen sich sogar an ihren flauschig weichen Hälsen streicheln. Der blitzschnelle Schnapper eines Straußes kommt aber unerwartet und hinterlässt einen Bluterguss an meinem Arm, die Schnabel-Attacke auf meine Nase endet glimpflich. Wir ziehen uns vorsichtig zurück und widmen uns den Straußen in ungefährlicherer Form: Vakuumverpackt in einer Kühlvitrine. Ätsch!

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